Bauteilprüfung

Wo in Essen und Dortmund Bauteile nach DIN EN ISO geprüft werden?

Bauteilprüfung DIN EN ISO Essen Dortmund: Wichtige Schweißtechnik- und ZfP-Normen sowie spezialisierte Prüflabore in beiden Städten im Überblick.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bauteilprüfung DIN EN ISO Essen Dortmund stützt sich auf Schweißtechnik- und ZfP-Normen sowie akkreditierte Labore.
  • In Essen prüfen TÜV NORD, DMT und der RWTÜV Bauteile, Rohrleitungen und Schweißnähte.
  • In Dortmund sitzen TÜV NORD und das Materialprüfungsamt Nordrhein-Westfalen (MPA NRW).
  • Für die ZfP gelten Normen wie DIN EN ISO 17635, 17636 und 17640.
  • Auftraggeber prüfen DAkkS-Akkreditierung, Normenstand und Preis vor der Vergabe.

Bauteilprüfung nach DIN EN ISO in Essen und Dortmund: Der Überblick

Im Ruhrgebiet treffen Energie- und Schwerindustrie auf dichte Prüfinfrastruktur. Essen und Dortmund sind Standorte, an denen Bauteile für den Anlagenbau nach DIN EN ISO geprüft werden. Die Normen decken Schweißtechnik und zerstörungsfreie Prüfung ab. Zuständig für die Prüfnormen ist der Normenausschuss Materialprüfung (NMP) beim DIN. Er erarbeitet die Normen für Materialprüfverfahren, auf die sich Labore berufen.

Wer Bauteile in Essen oder Dortmund prüfen lässt, braucht einen Überblick über die wichtigsten Normen und die Labore vor Ort. Die Prüfung beginnt meist mit einer Werkstoffprüfung. Zerstörende Verfahren wie Zug- oder Kerbschlagbiegeversuch liefern Kennwerte. Zerstörungsfreie Verfahren prüfen das Bauteil ohne Eingriff. Hintergrundwissen zu beiden Verfahrensgruppen bietet der Überblicksartikel zur Wikipedia zur Werkstoffprüfung.

Für Auftraggeber zählt die Akkreditierung. In Deutschland akkreditiert die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) Prüflabore nach DIN EN ISO/IEC 17025. Ein Akkreditierungsumfang listet die Normen, nach denen ein Labor prüfen darf. Fehlt eine Norm im Umfang, ist das Prüfergebnis für viele Abnehmer nicht verwertbar.

Daneben stehen staatliche Institutionen. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) forscht und prüft auf Bundesebene und stellt Referenzmaterialien bereit. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) verantwortet das Messwesen und die Rückführung von Messgrößen. Beide wirken an der Weiterentwicklung von Prüfverfahren mit, die in die Normung einfließen.

Beim Inverkehrbringen greift das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG). Es verlangt, dass Produkte die wesentlichen Anforderungen erfüllen und Konformitätsbewertungen dokumentiert sind. Der Verband der TÜV e. V. (VdTÜV) gibt Merkblätter heraus, die im Kraftwerks- und Anlagenbau herangezogen werden. Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) erarbeitet Prüfgrundsätze für Arbeitsmittel.

Wichtige Normen für Schweißtechnik

Die Schweißtechnik regelt, wer schweißen darf und wie die Naht zu prüfen ist. Zentral ist DIN EN ISO 9606 für die Qualifizierung von Schweißern. Sie legt Prüfungen für Schmelzschweißer fest. Ohne gültigen Schweißerprüfungsnachweis nach dieser Norm ist eine Naht an tragenden Bauteilen nicht regelkonform.

In Essen und Dortmund führen unter anderem die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Duisburg (SLV Duisburg, Teil der Gesellschaft für Schweißtechnik International) und die Prüfstellen der TÜV-NORD-Gruppe solche Prüfungen durch.

Für die Verfahrenstechnik gilt DIN EN ISO 15614. Sie beschreibt, wie ein Schweißverfahren geprüft und qualifiziert wird. Der Hersteller weist damit nach, dass sein Verfahren reproduzierbare Nähte liefert. Dazu kommt DIN EN ISO 3834 für die Qualitätsanforderungen an das Schweißen. Sie staffelt Anforderungen je nach Sicherheitsrelevanz des Bauteils.

Verfahrensprüfungen für den Anlagenbau laufen über die SLV Duisburg und die TÜV-NORD-Prüfstellen.

Für die Bewertung von Unregelmäßigkeiten in Schweißnähten gilt DIN EN ISO 5817. Sie definiert Bewertungsgruppen für Schweißnähte aus Stahl. Der Konstrukteur legt im Zeichnungssatz fest, welche Gruppe gilt. Das Prüflabor richtet seine Befunde danach aus. Das Materialprüfungsamt Nordrhein-Westfalen in Dortmund bewertet Nähte anhand dieser Gruppen.

Weitere Normen der Schweißtechnik:

  • DIN EN ISO 9692 für die Nahtvorbereitung
  • DIN EN ISO 14731 für die Schweißaufsicht
  • DIN EN ISO 13920 für allgemeine Toleranzen an Schweißkonstruktionen
  • DIN EN ISO 2553 für die Sinnbilder in technischen Zeichnungen
  • DIN EN ISO 4063 für die Nummerierung der Schweißverfahren

Die Normen sind anerkannte Regeln der Technik. Daneben stehen VDI-Richtlinien, die Verfahren und Prüfabläufe beschreiben. Einen Überblick über das Regelwerk bietet der VDI-Richtlinien im Überblick.

Zerstörungsfreie Prüfung: Normen und Verfahren

Die zerstörungsfreie Prüfung (ZfP) prüft Bauteile, ohne sie zu zerstören. Die wichtigsten Verfahren sind Sichtprüfung, Eindringprüfung, Magnetpulverprüfung, Ultraschallprüfung und Durchstrahlungsprüfung. Jedes Verfahren hat eigene Normen.

Für die Ultraschallprüfung von Schweißnähten gilt DIN EN ISO 17640. Sie beschreibt Techniken und Prüfklassen. Die Bewertung von Anzeigen regelt DIN EN ISO 11666. Für die Durchstrahlungsprüfung gilt DIN EN ISO 17636, die Film- und digitale Detektoren abdeckt. Die Eindringprüfung regelt DIN EN ISO 3452, die Magnetpulverprüfung DIN EN ISO 17638.

Die Auswahl des Verfahrens steuert DIN EN ISO 17635. Sie verknüpft Schweißnahtart, Werkstoff und Bewertungsgruppe mit dem passenden ZfP-Verfahren. Ein Prüfplan nach dieser Norm ist die Grundlage jedes Prüfauftrags.

Prüfpersonal muss qualifiziert sein. DIN EN ISO 9712 regelt die Zertifizierung von ZfP-Personal in den Stufen 1 bis 3. In Deutschland zertifiziert die Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung (DGZfP) Prüfpersonal nach dieser Norm. Ohne gültiges Zertifikat darf niemand eigenständig prüfen.

In Essen arbeitet die DMT mit diesen Normen, in Dortmund und Essen die ZfP-Abteilungen von TÜV NORD. Die VDI-Richtlinien ergänzen die Normen um praktische Regeln. Der VDI führt sie in seinem Regelwerk für Mitglieder beim VDI.

Spezialisierte Labore in Essen

Essen ist Sitz mehrerer Organisationen, die Bauteile prüfen und begutachten. Die Stadt gilt als Zentrum der Energie- und Schwerindustrie. thyssenkrupp Steel Europe hat hier seinen Sitz und betreibt eigene Werkstoffprüfung für Stahlprodukte.

Bekannte Adressen für Prüfaufträge in Essen und im westlichen Ruhrgebiet:

Anbieter Sitz Schwerpunkt
TÜV NORD AG Essen Materialprüfung, ZfP, Begutachtung von Schweißtechnik
DMT GmbH & Co. KG Essen Rohrleitungs- und Anlagenprüfung, ZfP
RWTÜV GmbH Essen wiederkehrende Prüfungen, Sachverständigenwesen
SLV Duisburg (GSI) Duisburg Schweißerprüfung DIN EN ISO 9606, Verfahrensprüfung nach DIN EN ISO 15614

Die TÜV NORD AG hat ihren Gruppensitz in Essen und begutachtet Bauteile, Schweißnähte und Druckgeräte. Zur Gruppe gehört die DMT GmbH & Co. KG mit Sitz in Essen, die Rohrleitungen, Anlagen und Schweißnähte zerstörungsfrei prüft. Die RWTÜV GmbH geht auf einen 1870 in Essen gegründeten Überwachungsverein zurück und ist heute Teil der TÜV-NORD-Gruppe.

Für Schweißerprüfungen nach DIN EN ISO 9606 ist die nahe gelegene SLV Duisburg die Anlaufstelle. Viele Essener Betriebe lassen dort Personal qualifizieren und Verfahren prüfen.

Prüfaufträge in Essen kommen häufig aus Kraftwerken, Fernwärmenetzen, Chemieanlagen und der Instandhaltung großer Produktionsstandorte. Wer dort prüfen lässt, braucht ein Labor, das auf Rohrleitungen und Behälter eingerichtet ist. Vor der Vergabe klärt ein Blick in die Datenbank der DAkkS, ob der Akkreditierungsumfang die geforderte Norm abdeckt.

Spezialisierte Labore in Dortmund

Dortmund ist Standort von TÜV NORD und mehreren Materialprüfungsanstalten. Die Nachfrage nach Bauteilprüfungen im Anlagenbau ist hoch. Labore prüfen hier Bauteile, Schweißnähte und Werkstoffe nach DIN EN ISO.

Bekannte Adressen in Dortmund:

Anbieter Schwerpunkt
TÜV NORD Materialprüfung, ZfP, Schweißtechnik
Materialprüfungsamt Nordrhein-Westfalen (MPA NRW) amtliche Material- und Baustoffprüfung, Schadensanalyse
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Forschung zu sicheren Arbeitsmitteln und Prüfgrundsätzen
TU Dortmund Forschung zu Werkstoffen und Fügetechnik

Das Materialprüfungsamt Nordrhein-Westfalen ist die amtliche Prüfstelle des Landes für Baustoffe und Metalle. Es prüft Werkstoffe, führt Schadensanalysen durch und bewertet Schweißnähte nach DIN EN ISO 5817. TÜV NORD prüft in Dortmund mit eigenem Prüfpersonal Bauteile und Anlagen.

Dortmund war Standort der Montanindustrie und ist heute ein Zentrum des Anlagenbaus und der Logistik. Im Dortmunder Hafen und in den angrenzenden Industrieflächen arbeiten Stahlverarbeiter und Anlagenbauer. Kurze Wege zur Prüfstelle verkürzen die Stillstandzeiten, wenn Rohrleitungen oder Behälter geprüft werden müssen.

Die TU Dortmund forscht zu Werkstoffen und Fügetechnik. Bei Sonderprüfungen, für die keine Standardnorm passt, arbeiten Prüfstellen mit den Hochschulinstituten zusammen. Die BAuA in Dortmund forscht zu sicheren Arbeitsmitteln und liefert Grundlagen für Prüfgrundsätze.

Auswahlkriterien und Kosten für Auftraggeber

Die Wahl des Labors entscheidet über die Verwertbarkeit des Prüfergebnisses. Vier Kriterien sind zentral: Akkreditierung, Normenstand, Verfahrensausstattung und Reaktionszeit.

Prüfverfahren und ihre Normen im Vergleich:

Verfahren Norm Typische Anwendung
Sichtprüfung DIN EN ISO 17637 Oberflächenfehler an Schweißnähten
Eindringprüfung DIN EN ISO 3452 Risse an Oberflächen
Magnetpulverprüfung DIN EN ISO 17638 ferromagnetische Werkstoffe
Ultraschallprüfung DIN EN ISO 17640 Volumenfehler in dicken Nähten
Durchstrahlung DIN EN ISO 17636 Poren und Einschlüsse

So läuft ein Prüfauftrag in Essen oder Dortmund ab:

  1. Prüfumfang und Normen aus Zeichnung, Regelwerk und Bewertungsgruppe festlegen.
  2. Akkreditierungsumfang des Labors in der Datenbank der DAkkS prüfen.
  3. Prüfplan und Verfahren nach DIN EN ISO 17635 abstimmen.
  4. Angebot mit Prüfumfang, Termin und Kosten einholen und vergleichen.
  5. Prüfung durchführen lassen und Prüfbericht auf Norm, Klasse und Befund prüfen.

Checkliste für die Laborauswahl:

  • DAkkS-Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 liegt vor
  • Der Akkreditierungsumfang nennt die geforderte Norm
  • Das Labor führt die aktuelle Normenfassung
  • Prüfpersonal ist nach DIN EN ISO 9712 zertifiziert
  • Prüfbericht enthält Norm, Bewertungsgruppe und Prüfklasse
  • Angebot nennt Prüfumfang, Termin und Kosten
  • Bei Baustellenprüfung: Anfahrtskosten und Zugang geklärt

Die Kosten hängen vom Verfahren, der Bauteilgröße und dem Prüfumfang ab. Die Sichtprüfung ist günstig, die Durchstrahlungsprüfung teuer. Ultraschallprüfung liegt dazwischen. Pauschalpreise sind selten, die meisten Labore rechnen nach Aufwand oder Prüflänge ab. Bei Prüfungen an bestehenden Anlagen kommen Wegezeiten und Stillstandskosten hinzu.

Wer Messgeräte einsetzt, beachtet das Mess- und Eichrecht. Für die Konformität von Messgeräten ist die Bundesnetzagentur zuständig. Für die Normenlage ist der DIN-Normenausschuss Materialprüfung (NMP) die zentrale Instanz. Seine Arbeit ist unter dem Normenausschuss Materialprüfung beim DIN dokumentiert.

Häufige Fragen

Welche Norm regelt die Schweißerprüfung? DIN EN ISO 9606 regelt die Qualifizierung von Schweißern. Sie legt Prüfumfang und Gültigkeit fest. In der Region prüft die SLV Duisburg nach dieser Norm.

Welche ZfP-Norm gilt für Ultraschall an Schweißnähten? DIN EN ISO 17640 beschreibt die Techniken, DIN EN ISO 11666 die Bewertung. Beide gelten für Stahlschweißnähte.

Muss ein Prüflabor in Essen oder Dortmund akkreditiert sein? Nicht zwingend, aber für viele Abnehmer ist die DAkkS-Akkreditierung Voraussetzung. Sie belegt die Kompetenz nach DIN EN ISO/IEC 17025.

Was kostet eine Bauteilprüfung? Das hängt vom Verfahren und Umfang ab. Sichtprüfungen sind günstig, Durchstrahlungsprüfungen deutlich teurer. Angebote nennen den konkreten Preis.

Wer erlässt die Prüfnormen in Deutschland? Das DIN erarbeitet sie mit dem Normenausschuss Materialprüfung (NMP). Die Normen gelten als anerkannte Regeln der Technik.

Mehr aus Bauteilprüfung

Bauteilprüfung

2 Prüfverfahren für Elektronikbauteile in Dresden und München im Vergleich

Elektronik Bauteilprüfung Dresden München im Vergleich: Halbleiterprüfung im Osten, Fahrzeugtechnik im Süden, Labordichte, Verfahren und Kosten im Überblick.

Bauteilprüfung

Werkstoffprüfungen nach Fragestellung auswählen

Platzhalter für Prüfverzeichnis. Diese Rubrik behandelt bauteilprüfung. Wird durch importierte Beiträge ersetzt.