Prüfberichte
DAkkS-Akkreditierung: Welche Prüfberichte in Deutschland anerkannt werden
DAkkS-Akkreditierung Prüfbericht Anerkennung: Welche Berichte nach ProdSG gelten, was akkreditierte Labore unterscheidet und was eine Akkreditierung kostet.
Das Wichtigste auf einen Blick
- DAkkS-Akkreditierung Prüfbericht Anerkennung: Nur akkreditierte Labore liefern Berichte, die Behörden und Kunden in Deutschland in der Regel ohne Nachprüfung akzeptieren.
- Rechtsgrundlage ist das ProdSG, insbesondere die §§ 4, 5 und 6, sowie die Konformitätsvermutung bei DIN-Normen.
- Ein nicht akkreditiertes Labor kann technisch korrekt arbeiten, sein Bericht hat aber eine schwächere Beweiskraft.
- In Deutschland gibt es nur eine nationale Akkreditierungsstelle, nämlich die DAkkS.
- Eine Akkreditierung nach DIN EN ISO 17025 kostet je nach Umfang einen mittleren fünfstelligen Betrag und dauert mehrere Monate.
Was die DAkkS-Akkreditierung für Prüfberichte rechtlich bedeutet
Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) ist die nationale Akkreditierungsstelle der Bundesrepublik Deutschland. Sie bestätigt Laboren förmlich, dass sie Prüfungen nach international anerkannten Regeln durchführen können. Grundlage ist die Norm DIN EN ISO 17025, die Anforderungen an Prüf- und Kalibrierlaboratorien festlegt.
Eine Akkreditierung ist keine Zulassung im gewerberechtlichen Sinn. Sie ist ein Kompetenznachweis. Wer als Hersteller oder Einkäufer einen Prüfbericht vorlegt, signalisiert damit: Das Labor, das ihn erstellt hat, wurde von einer staatlich benannten Stelle überprüft.
Für die Anerkennung von Prüfberichten in Deutschland ist dieser Nachweis zentral. Behörden, Marktüberwachungsstellen und viele Auftraggeber akzeptieren Berichte akkreditierter Labore in der Regel ohne eigene Nachprüfung. Bei nicht akkreditierten Laboren entsteht regelmäßig Begründungsaufwand.
Die DAkkS arbeitet auf Basis der Verordnung (EG) Nr. 765/2008. In Deutschland ist sie die einzige Stelle, die Akkreditierungen nach dieser Verordnung aussprechen darf. Andere Anbieter von Zertifikaten oder Siegeln ersetzen keine DAkkS-Akkreditierung.
Wer einen Prüfbericht für ein Produkt vorlegt, das unter eine europäische Richtlinie fällt, sollte prüfen, ob das ausstellende Labor den entsprechenden Prüfbereich akkreditiert hat. Die Akkreditierung gilt immer nur für genau definierte Prüfverfahren, nicht für das Labor als Ganzes.
Akkreditierte und nicht akkreditierte Labore im Vergleich
Ein akkreditiertes Prüflabor hat sein Qualitätsmanagementsystem und seine technische Kompetenz von der DAkkS begutachten lassen. Die Begutachtung umfasst Personal, Geräte, Räume, Methoden und die Rückverfolgbarkeit von Messungen. Ein nicht akkreditiertes Labor kann dieselben Prüfungen anbieten, unterliegt aber keiner vergleichbaren externen Kontrolle.
Für die Praxis bedeutet das: Ein Prüfbericht eines akkreditierten Labors trägt in der Regel das DAkkS-Zeichen und die Akkreditierungsnummer. Fehlen diese Angaben, ist Vorsicht angebracht. Der Bericht kann fachlich einwandfrei sein, aber seine Anerkennung ist nicht gesichert.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen.
| Merkmal | Akkreditiertes Labor | Nicht akkreditiertes Labor |
|---|---|---|
| Externe Überwachung | Regelmäßig durch DAkkS | Keine Pflicht |
| Prüfbericht | Mit DAkkS-Zeichen und Nummer | Ohne DAkkS-Zeichen |
| Anerkennung bei Behörden | In der Regel ohne Nachfragen | Häufig mit Rückfragen |
| Internationale Anerkennung | Über ILAC-MRA in vielen Ländern | Nicht gesichert |
| Kosten für den Auftraggeber | Meist höher | Meist niedriger |
| Haftungsrisiko für Hersteller | Geringer | Höher |
Die Tabelle zeigt: Der Preisunterschied ist real, aber die Anerkennung hat einen Gegenwert. Wer Produkte in regulierte Märkte liefert, sollte die Akkreditierung des Labors vor der Auftragserteilung prüfen. Die DAkkS führt eine öffentliche Datenbank mit allen akkreditierten Stellen.
Der rechtliche Rahmen nach ProdSG: §§ 4, 5 und 6
Das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) regelt, welche Anforderungen Produkte erfüllen müssen, die in Deutschland bereitgestellt werden. Die §§ 4, 5 und 6 sind für Prüfberichte und ihre Anerkennung besonders relevant. Die rechtlichen Anforderungen an Prüfberichte und Produktsicherheit nach ProdSG ergeben sich aus dem gesamten Gesetzestext.
§ 4 ProdSG beschreibt die allgemeinen Anforderungen an Produkte. Danach dürfen Produkte nur bereitgestellt werden, wenn sie bei bestimmungsgemäßer Verwendung die Sicherheit und Gesundheit von Personen nicht gefährden. Wer ein Produkt in Verkehr bringt, muss die Einhaltung dieser Anforderungen nachweisen können. Prüfberichte sind ein zentrales Mittel für diesen Nachweis.
§ 5 ProdSG regelt die Konformitätsvermutung. Danach wird vermutet, dass ein Produkt die Anforderungen erfüllt, wenn es harmonisierten Normen entspricht. Diese Normen werden im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Ein Prüfbericht, der die Einhaltung einer solchen Norm bestätigt, stützt die Vermutung. Die Konformitätsvermutung bei Normen als Grundlage der Anerkennung ist in § 5 ProdSG geregelt.
§ 6 ProdSG behandelt die CE-Kennzeichnung. Produkte, die unter bestimmte Unionsrichtlinien fallen, müssen mit dem CE-Zeichen versehen sein. Die CE-Kennzeichnung als Bezug für anerkannte Prüfberichte bedeutet: Der Prüfbericht muss die Anforderungen der jeweiligen Richtlinie abdecken. Ein Bericht über eine andere Norm oder ein anderes Verfahren hilft nicht weiter.
Die drei Paragrafen greifen ineinander. § 4 verlangt Sicherheit, § 5 erleichtert den Nachweis über Normen, § 6 verknüpft beides mit der CE-Kennzeichnung. Prüfberichte sind das Bindeglied zwischen Norm und Produkt.
Welche Prüfberichte in Deutschland anerkannt werden
Ob ein Prüfbericht anerkannt wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Die bloße Existenz eines Berichts genügt nicht. Entscheidend sind die Akkreditierung des Labors, der Prüfbereich, die angewandte Methode und die Dokumentation.
Anerkannt werden in der Regel Prüfberichte von Laboren, die für das betreffende Prüfverfahren nach DIN EN ISO 17025 akkreditiert sind. Die DIN-Normen als Referenz für akkreditierte Prüflabore legen die Anforderungen fest. Die Akkreditierung muss den konkreten Prüfbereich abdecken. Ein Labor kann für Zugprüfungen akkreditiert sein, aber nicht für Brandprüfungen.
Der Bericht muss das DAkkS-Zeichen, die Akkreditierungsnummer und eine eindeutige Identifikation der Prüfung enthalten.
Anerkannt werden auch Prüfberichte ausländischer Labore, wenn diese nach DIN EN ISO 17025 akkreditiert sind und die Akkreditierung von einer Stelle stammt, die Mitglied der International Laboratory Accreditation Cooperation (ILAC) ist. Die DAkkS ist Mitglied, sodass ihre Akkreditierungen im Ausland anerkannt werden. Umgekehrt gilt das für viele ausländische Akkreditierungen in Deutschland.
Nicht anerkannt werden Prüfberichte, die keine nachvollziehbare Prüfmethode nennen, keine Messunsicherheiten angeben oder von Laboren stammen, die für das Verfahren nicht akkreditiert sind. Das bedeutet nicht automatisch, dass der Bericht falsch ist. Er hat nur eine schwächere Stellung, wenn es zu Streitfällen oder behördlichen Prüfungen kommt.
Für Hersteller und Einkäufer ist die Prüfung der Akkreditierung vor der Auftragserteilung der wichtigste Schritt. Die DAkkS-Datenbank und die Angaben im Prüfbericht geben Auskunft. Wer unsicher ist, kann beim Labor die Urkunde anfordern.
Kosten und Dauer einer DAkkS-Akkreditierung
Die Kosten für eine DAkkS-Akkreditierung hängen vom Umfang der beantragten Prüfbereiche ab. Eine pauschale Zahl gibt es nicht. Labore berichten von Gesamtkosten im mittleren fünfstelligen Bereich für eine Erstakkreditierung mit mehreren Prüfverfahren. Darin enthalten sind Gebühren der DAkkS, Kosten für die Begutachtung und interne Aufwendungen.
Die DAkkS erhebt Gebühren nach ihrer Entgeltordnung. Hinzu kommen Aufwände für die Vorbereitung, etwa die Erstellung eines Qualitätsmanagementsystems, die Validierung von Methoden und die Teilnahme an Ringversuchen. Diese internen Kosten können die reinen Gebühren deutlich übersteigen.
Die Dauer einer Akkreditierung liegt typischerweise zwischen sechs und zwölf Monaten. Sie hängt davon ab, wie vollständig die Unterlagen sind und wie schnell Mängel behoben werden. Nach der Erstakkreditierung folgen regelmäßige Überwachungen, in der Regel jährlich, sowie eine Reakkreditierung nach fünf Jahren.
Die folgende Schrittfolge beschreibt den typischen Ablauf.
- Prüfbereiche festlegen und mit der DAkkS abstimmen.
- Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 17025 aufbauen und dokumentieren.
- Methoden validieren und an Ringversuchen teilnehmen.
- Akkreditierungsantrag bei der DAkkS einreichen.
- Begutachtung durchführen und Mängel beheben.
- Akkreditierungsurkunde erhalten und Überwachung einplanen.
Für Labore, die nur einzelne Prüfungen anbieten, kann eine Akkreditierung unwirtschaftlich sein. Für Labore mit regulierten Kunden ist sie oft Voraussetzung für die Auftragsvergabe.
Wann sich eine Akkreditierung für Labore lohnt
Eine Akkreditierung lohnt sich, wenn Kunden oder Behörden sie verlangen. In regulierten Bereichen wie Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauwesen oder Medizintechnik ist das häufig der Fall. Wer Produkte mit CE-Kennzeichnung liefert, braucht oft Prüfberichte, die von akkreditierten Laboren stammen.
Sie lohnt sich auch, wenn ein Labor international tätig sein will. Die DAkkS-Akkreditierung wird über ILAC in vielen Ländern anerkannt. Das erleichtert die Zusammenarbeit mit ausländischen Kunden und reduziert Nachfragen.
Sie lohnt sich weniger, wenn ein Labor ausschließlich für interne Zwecke prüft oder wenn seine Kunden keine akkreditierten Berichte verlangen. Die Kosten und der laufende Aufwand für Überwachungen müssen in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen stehen.
Für Einkäufer gilt die umgekehrte Logik: Wer Prüfberichte einkauft, sollte auf die Akkreditierung achten. Ein nicht akkreditiertes Labor kann günstiger sein, aber der Bericht hat im Streitfall weniger Gewicht. Die Entscheidung hängt davon ab, welchen Zweck der Bericht erfüllen soll.
In Deutschland sind neben der DAkkS weitere Institutionen mit Prüfungen befasst. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) forscht und prüft, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) ist für Metrologie zuständig, die Bundesnetzagentur für Messgeräte. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) erarbeitet die Normen, auf die sich Prüfberichte beziehen.
Der Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) vertritt die Interessen der technischen Überwachung. Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) prüft im Arbeitsschutz. VDI-Richtlinien ergänzen das Normenwerk.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Akkreditierung und Zertifizierung? Eine Akkreditierung bestätigt die Kompetenz einer Stelle für bestimmte Aufgaben, etwa Prüfungen. Eine Zertifizierung bestätigt, dass ein Produkt, ein Prozess oder eine Organisation Anforderungen erfüllt. Die DAkkS akkreditiert, Zertifizierungsstellen zertifizieren.
Muss ein Prüfbericht von einem akkreditierten Labor stammen, damit er anerkannt wird? Nein, aber die Anerkennung ist bei akkreditierten Laboren deutlich wahrscheinlicher. Behörden und viele Kunden akzeptieren Berichte akkreditierter Labore in der Regel ohne eigene Nachprüfung. Bei nicht akkreditierten Laboren entsteht Begründungsaufwand.
Was kostet eine DAkkS-Akkreditierung? Die Kosten hängen vom Umfang ab. Für eine Erstakkreditierung mit mehreren Prüfverfahren fallen häufig Gesamtkosten im mittleren fünfstelligen Bereich an. Dazu kommen interne Aufwände für Qualitätsmanagement, Methodenvalidierung und Ringversuche.
Wie lange dauert eine DAkkS-Akkreditierung? In der Regel zwischen sechs und zwölf Monaten. Die Dauer hängt davon ab, wie vollständig die Unterlagen sind und wie schnell Mängel behoben werden. Nach der Erstakkreditierung folgen jährliche Überwachungen.
Werden ausländische Prüfberichte in Deutschland anerkannt? Ja, wenn das Labor nach DIN EN ISO 17025 akkreditiert ist und die Akkreditierung von einer ILAC-Mitgliedsstelle stammt. Die DAkkS ist ILAC-Mitglied, sodass ihre Akkreditierungen international anerkannt werden.
Was regelt § 5 ProdSG? § 5 ProdSG regelt die Konformitätsvermutung. Danach wird vermutet, dass ein Produkt die Anforderungen erfüllt, wenn es harmonisierten Normen entspricht. Ein Prüfbericht, der die Einhaltung einer solchen Norm bestätigt, stützt diese Vermutung.