Karte zur Auswahl von Prüflaboren mit Akkreditierung und Prüfumfang
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Prüflabore

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Prüflabor auswählen: Aufnahmekriterien für Akkreditierung und Prüfumfang

Prüflabor auswählen: Aufnahmekriterien wie DAkkS-Akkreditierung, Prüfumfang, Messunsicherheit, Reaktionszeit und Preise in Euro netto, mit Beispielrechnung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Gültige Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025:2018-03, erteilt von der DAkkS, ist das Ausschlusskriterium.
  • Maßgeblich ist die Anlage zur Urkunde mit Verfahren, Normausgabe und Standort.
  • Messunsicherheit und Entscheidungsregel müssen beziffert im Angebot stehen.
  • Reaktionszeit und Durchlaufzeit gehören in Werktagen in den Vertrag.
  • Verglichen wird in Euro netto je Einzelprobe, je Serie und je Sonderprüfung.

Akkreditierung prüfen: Urkunde, Anlage, Standort

In Deutschland erteilt allein die Deutsche Akkreditierungsstelle, kurz DAkkS, die Akkreditierung von Prüflaboratorien nach DIN EN ISO/IEC 17025:2018-03. Große Häuser wie TÜV SÜD in München, TÜV Rheinland in Köln, DEKRA in Stuttgart, SGS in Hamburg, Bureau Veritas, Eurofins und IABG in Ottobrunn tragen diese Akkreditierung für Teilbereiche.

Auch Materialprüfungsanstalten und Fraunhofer-Institute führen akkreditierte Prüfbereiche, etwa die MPA Stuttgart oder das Fraunhofer IWM in Freiburg. Verlangen Sie die Urkunde mit Registriernummer, meist im Format D-PL-xxxxx-xx, Ausstellungsdatum und Geltungsdauer.

Entscheidend ist die Anlage: Dort stehen die einzelnen Prüfverfahren mit Norm und Ausgabejahr. Fehlt ein Verfahren dort, darf das Ergebnis nicht als akkreditiert ausgewiesen werden.

Fragen Sie nach dem Standort. Wird ein Verfahren in einem anderen Werk oder bei einem Unterauftragnehmer gefahren, muss der Bericht das kenntlich machen. Eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2015-11 ersetzt keine Akkreditierung.

Welche Ausschüsse für Material- und Bauteilprüfung zuständig sind, listet die Übersicht der DIN-Normenausschüsse. Was Normen von Verordnungen unterscheidet, erklärt das DIN in den Grundlagen zu Normen und Standards.

Prüfumfang gegen das eigene Prüfprogramm abgleichen

Ein Leistungsverzeichnis nennt Verfahren, Werkstoffgruppe, Prüfbereich und Grenzen. Fordern Sie die aktuelle Fassung an, nicht den Auszug aus der Angebotsmappe. Gleichen Sie dann Verfahren, Normausgabe und Prüfbereich ab: Ein Zugversuch an Stahl ist kein Zugversuch an Faserverbund.

Prüfaufgabe Norm mit Ausgabejahr typische Probe
Zugversuch metallisch DIN EN ISO 6892-1:2020-06 Rund-, Flachprobe
Kerbschlagbiegeversuch DIN EN ISO 148-1:2017-05 Charpy-Probe
Abnahmeprüfzeugnis 3.1 DIN EN 10204:2005-01 Losbezogene Serie
Laborakkreditierung DIN EN ISO/IEC 17025:2018-03 Urkunde mit Anlage

Achten Sie auf Grenzen: Bauteilgröße, Lastbereich, Temperaturfenster. Was außerhalb liegt, wird als Sonderprüfung beauftragt und separat bepreist. Klären Sie vorher, ob das Labor Probenvorbereitung übernimmt. Halten Sie in der Vergleichstabelle fest, nach welcher Ausgabe das Labor prüft.

Messunsicherheit, Rückverfolgbarkeit und Aussage

Die Messunsicherheit beschreibt die Streuung des Ergebnisses. Fordern Sie den Wert je Verfahren an, nicht als pauschalen Zuschlag. Beispiel: Beim Zugversuch liegt die erweiterte Messunsicherheit der Streckgrenze häufig bei etwa 1 bis 3 Prozent des Messwerts, bei der Kerbschlagarbeit nach DIN EN ISO 148-1:2017-05 eher bei 5 bis 10 Prozent. Diese Größenordnungen sind Beispiele, verbindlich ist die Verfahrensanweisung des Labors.

Rückverfolgbarkeit heißt: Messmittel sind auf nationale Normale zurückgeführt, mit Kalibrierschein und Intervall. Für die Konformitätsaussage legen Sie vorher eine Entscheidungsregel fest, etwa nach ILAC-G8:09/2019. Liegt Ergebnis plus Unsicherheit über dem Grenzwert, ist eine Aussage ohne Regel angreifbar.

Bei Produkten im Geltungsbereich des Produktsicherheitsgesetzes wiegt die Dokumentation schwerer. Die Bewertung externer Dienstleister gehört zum Aufgabenspektrum des Qualitätsmanagement-Beauftragten, wie der DIHK es beschreibt.

Reaktionszeit, Durchlaufzeit, Preise in Euro netto

Reaktionszeit ist die Rückmeldung auf die Anfrage, Durchlaufzeit die Bearbeitung ab Probeneingang. Lassen Sie beides in Werktagen bestätigen, bezogen auf Ihre Prüfliste.

Beispielrechnung für ein mittleres Prüfprogramm, Preise netto:

Leistung Größenordnung je Probe
Zugversuch 150 bis 400 Euro
Kerbschlagbiegeversuch 120 bis 250 Euro
Härteprüfung 30 bis 80 Euro
Erste Angebotsantwort 2 bis 3 Werktage
Standard-Durchlaufzeit 5 bis 10 Werktage
Expresszuschlag 30 bis 100 Prozent

Die Zahlen sind typische Marktbänder, kein Angebot. Vergleichen Sie immer Euro netto je Einzelprobe, je Serie und je Sonderprüfung, dazu Positionen für Probenvorbereitung, Rücklagerung und Wiederholungsprüfung. Ein niedriger Grundpreis mit hohen Zuschlägen wird im Jahresvolumen teuer. Für Serien lohnt ein Rahmenvertrag mit Preisstaffel und festen Kontingenten. Er sichert die Reaktionszeit und senkt den Stückpreis.

Checkliste für die Aufnahme in die Lieferantenliste

  1. Urkunde mit Anlage, Registriernummer und Geltungsdauer anfordern.
  2. Leistungsverzeichnis gegen Verfahren, Normausgabe und Prüfbereich abgleichen.
  3. Messunsicherheit je Verfahren und Entscheidungsregel schriftlich bestätigen lassen.
  4. Reaktionszeit, Durchlaufzeit und Expresszuschläge im Angebot fixieren.
  5. Euro netto je Probe, Serie und Sonderprüfung in eine Vergleichstabelle eintragen.

Häufige Fragen

Woher weiß ich, ob die Akkreditierung das Verfahren abdeckt?

Nur die Anlage zur DAkkS-Urkunde zählt. Steht das Verfahren dort mit Normausgabe, darf das Haus das Ergebnis akkreditiert ausweisen. Eine ISO-9001-Bescheinigung genügt nicht.

Reicht ein Prüfbericht ohne Unsicherheitsangabe?

Für interne Voruntersuchungen oft ja. Für Grenzwertentscheidungen und Konformitätsaussagen nein. Bei akkreditierten Prüfungen gehört der Wert in den Bericht oder in die Verfahrensangabe.

Wie viele Labore sollte ich aufnehmen?

Für Hauptverfahren sind zwei akkreditierte Labore üblich, als Kapazitätsabsicherung. Bei seltenen Verfahren genügt eines, wenn Reaktionszeit und Sonderprüfungen vertraglich zugesagt sind.

Woran scheitert die Aufnahme am häufigsten?

An der fehlenden Normausgabe im Leistungsverzeichnis und an nicht bezifferten Zuschlägen. Beides fällt erst auf, wenn der Prüfauftrag läuft.

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